Holunderblütengelee mit Zitrone und Apfelsaft

Um sieben Uhr an einem Maimorgen leuchteten die Holunderbüsche am Feldweg wie frisch gefallener Schnee. Ich hatte nur einen Stoffbeutel dabei, und dunkle Wolken schoben sich schon über den Hügel. Sechzehn Dolden schaffte ich, bevor die ersten Tropfen fielen, und zu Hause zog der Blütensud einen Tag lang für mein erstes Holunderblütengelee. Seitdem schmeckt jedes Frühstücksbrötchen für mich nach nassem Gras und Honigduft. Für das Gelee werden nur die Blüten mit Zitrone in Wasser angesetzt, die grünen Stiele bleiben draußen. Apfelsaft und Gelierzucker 2:1 machen aus dem Sud einen zarten, goldgelben Brotaufstrich.
- Portionen5
- Vorbereitung30 Min.
- Garzeit10 Min.
- Gesamt50 Min.
Zubereitung
- Die Dolden gut ausschütteln, damit Insekten herausfallen, aber nicht waschen, sonst geht der Blütenstaub mit dem Aroma verloren. Mit einer Schere nur die Blüten abschneiden und alle grünen Stiele entfernen. Blätter, Zweige und Borke des Holunders werden nie verwendet.
- Blüten und Zitronenscheiben in eine große Schüssel geben, mit dem kalten Wasser übergießen, abdecken und 24 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.
- Den Ansatz durch ein Mulltuch abseihen und die Blüten leicht ausdrücken. 700 ml Sud abmessen, bei Bedarf mit etwas Wasser auffüllen. Einen kleinen Teller für die Gelierprobe ins Gefrierfach legen.
- Die Gläser sterilisieren: Gläser und Deckel 10 Minuten in sprudelnd kochendes Wasser legen oder die Gläser 15 Minuten bei 120 °C in den Ofen stellen und die Deckel separat abkochen. Auf einem sauberen Tuch bereitstellen.
- Holunderblütensud, Apfelsaft, Zitronensaft und Gelierzucker in einem großen Topf verrühren. Unter Rühren zum Kochen bringen und dann mindestens 4 Minuten sprudelnd kochen lassen (Angabe auf der Gelierzuckerpackung beachten).
- Gelierprobe: 1 TL heiße Masse auf den kalten Teller geben. Wird sie nach etwa 1 Minute fest und legt sich beim Darüberschieben in Falten, ist das Gelee fertig. Bleibt sie flüssig, noch 1 bis 2 Minuten weiterkochen und erneut testen.
- Den Schaum abschöpfen, das heiße Gelee bis etwa 1 cm unter den Rand in die Gläser füllen und sofort fest verschließen. Abkühlen lassen und kühl und dunkel lagern, so hält es sich ungeöffnet etwa ein Jahr. Geöffnete Gläser in den Kühlschrank stellen und in 3 bis 4 Wochen aufbrauchen.
Tipps
- Zeitangabe ohne 24 Stunden Ziehzeit des Blütenansatzes.
- Holunderblüten am besten an einem trockenen, sonnigen Vormittag pflücken, fern von stark befahrenen Straßen und Feldrändern, die gespritzt werden. Nur Blüten verwenden, die frisch duften und keine braunen Stellen haben.
- Zeigt sich Schimmel auf dem Gelee, kommt das ganze Glas in den Müll. Nur die Stelle abzukratzen reicht nicht, weil sich das Pilzgeflecht unsichtbar im Glas ausbreiten kann.
Häufige Fragen
Warum braucht das Gelee Zitronensaft?
Der Blütensud hat kaum eigene Säure. Die Säure der Zitrone hilft dem Pektin im Gelierzucker beim Gelieren und sorgt für einen frischen Geschmack.
Warum müssen die grünen Stiele weg?
Stiele, Blätter und andere grüne Pflanzenteile des Holunders enthalten Stoffe, die Übelkeit auslösen können, und schmecken bitter. Für das Gelee werden deshalb nur die Blüten verwendet.
Kann ich statt Apfelsaft nur Blütensud nehmen?
Ja, dann einfach 950 ml Sud und 50 ml Zitronensaft verwenden. Das Gelee schmeckt dann noch blumiger, aber etwas weniger rund.